
Ausstellungseröffnung – Hier und Jetzt – Hana Michálková
Wir freuen uns, Dich zur Eröffnung am Sonntag, dem 16.8.2026, von 18 bis 21 Uhr einladen zu dürfen.
Die Arbeiten der Ausstellung Hier und Jetzt entstehen nicht aus einem festen Plan oder einer vorgefassten Idee. Sie sind Prozesse, Momentaufnahmen, Spuren von Zeit und Aufmerksamkeit. Was sichtbar wird, entwickelt sich im Tun: Farben fließen über das Papier, Formen tauchen auf, verändern sich, verschwinden wieder. Die Werke von Hana Michálková folgen keiner vorgegebenen Vorstellung, sondern einem Dialog mit dem Augenblick.
Im Entstehungsprozess treten die leisen Geräusche des Materials in den Vordergrund: das Kratzen des Stifts, das Rascheln des Papiers, das Klirren der Pinsel im Wasserglas. Draußen Vogelstimmen, Wind oder Stadtgeräusche. Innen Ruhe oder Unruhe, Leere, Bilder, Gedanken. Alles, was im jeweiligen Moment präsent ist, kann Teil der Arbeit werden.
Die Bilder sind Momentaufnahmen des Hier und Jetzt – kleine Perlen, die einen flüchtigen Augenblick festhalten. Sie könnten früher beendet oder länger fortgeführt worden sein. Ihre Form ist weder endgültig noch abgeschlossen. Sie markiert lediglich einen Punkt innerhalb eines fortwährenden Prozesses von Bewegung und Transformation.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frage, ob ein Bild „schön“, „gut“ oder „gelungen“ ist. Viel wichtiger ist die Erfahrung von Präsenz. Im konzentrierten Arbeiten dehnt sich Zeit aus, verliert an Bedeutung oder scheint stillzustehen. Es entsteht ein Raum von Tiefe und Weite, in dem Verbindung spürbar wird – zu sich selbst, zu anderen und zu dem, was größer ist als wir.
Die Künstlerin Hana Michálková arbeitet intuitiv, medienoffen und spielerisch. Zufall und Experiment sind ausdrücklich willkommen. Oft entsteht dabei das Gefühl, weniger Urheberin als Begleiterin eines Entstehungsprozesses zu sein: Die Arbeit entwickelt ihre eigene Dynamik und offenbart Überraschungen, die sich weder planen noch erzwingen lassen.
Kunst ist hier nicht nur Ausdruck, sondern Begegnung. Viele der gezeigten Werke entstanden in gemeinschaftlichen Kontexten – in kreativen Gruppen, Workshops, bei Freunden oder im Rahmen kunsttherapeutischer Arbeitsräume. Das Miteinander, das gegenseitige Wahrnehmen und Beeinflussen, das gemeinsame Verweilen im Moment sind Teil des künstlerischen Prozesses und schreiben sich in die Arbeiten ein.
Die Ausstellung lädt dazu ein, für einen Augenblick innezuhalten: den Wert des gegenwärtigen Moments wahrzunehmen, jenseits von Bewertungen und Erwartungen. Was bleibt, ist die Spur von Aufmerksamkeit, Verbindung und gelebter Präsenz. Hier und jetzt.
